Samstag, 21. Januar 2017

Blutige Romantik - Eine Ausstellung aus 2013

Heute möchte ich Euch die Bilder einer Ausstellung zeigen, die mittlerweile doch schon mehr als drei Jahre zurückliegt.
Im Oktober 20123 hatten Jens, Heiko, Ralf und ich dem MHM in Dresden unseren Antrittsbesuch abgestattet.
Just zu diesem Zeitpunkt war in Dresden eine Sonderausstellung, die sich dem Thema der Befreiungskriege widmete.
Die Ausstellung hieß „Blutige Romantik“ und war in zwei Teile unterteilt: Im ersten Teil wurden verschiedene Exponate zum Thema „200 Jahre Befreiungskriege“ gezeigt, während der zweite Teil den schönen Titel trug:
„Zinnsoldaten bluten nicht – Die napoleonischen Kriege en miniature“.


Als Geschichtsreisender lernt man ja wirklich zu. Das musste ich jetzt bei der Sichtung der Bilder feststellen.
Zum einen besitze ich mittlerweile eine bessere Kamera, zum anderen weiß ich, wie ich Sachen entsprechend aufnehmen muss, um sie auch später in einen vernünftigen Kontext zu stellen.
Heisst: Die Bilder und die Bilderauswahl könnte besser und umfangreicher sein.
Ich möchte Euch dennoch einen kleinen Überblick über die Ausstellung verschaffen.
Anlass für mich diesen Bericht hier zu schreiben, war, dass ich mir mittlerweile den Ausstellungskatalog zur damaligen Ausstellung gekauft habe, weil ich eben mit meiner eigenen Fotodukumentation nicht so zufrieden bin.
Der Katalog war sogar relativ günstig in seinem schönen Schuber, und mit über 600 Seiten auch definitiv nicht zu verachten.


(Beispielseite aus dem 1. Band, S. 322 f. Thema Reenacter)


Sollte diese Ausgabe vergriffen sein, so kann man die beiden Bände auch einzeln, leider etwas teurer, bestellen:
So gibt es einen Band mit den Essays,

und einen weiteren Band, der dann den eigentlichen Katalog umfasst.


Vielleicht macht ja den ein oder anderen mein Bericht neugierig. Vielleicht habt Ihr damals die Ausstellung verpasst ODER man war eben da, hat aber den Katalog nicht gekauft.
Das kann man ja dann nachholen.
Wenn man dem MHM eins lassen muss, dann ist das die Art, wie solche Sonderausstellungen hier in Szene gesetzt werden.
Es werden immer die unterschiedlichsten Aspekte dargestellt. Anhand verschiedenster Medien und Exponate.
Aber auch Ausleuchtung und die dadurch erzeugte Stimmung im Ausstellungsbereich ist überragend.
Nur ein Beispiel: In der Sonderausstellung gab es z.B. eine Vitrine, die Uniformen und Uniformteile von Reenactern zeigte. Hier wurde anhand eines oftmals fälschlicherweise belächelten Hobbys, die Möglichkeiten moderner experimenteller Geschichtswissenschaft gezeigt. Die „Marengo Schuhe“ zeigten ziemlich deutlich wie sich so ein napoleonischer Soldat gefühlt haben muss.

Als man die Ausstellung betrat, wurde man zwar von einem Gedicht Theodor Körners begrüßt,


was ja auch irgendwie logisch ist, wenn man sich in Deutschland mit den Befreiungskriegen auseinandersetzt, aber mich als Fan begeisterten natürlich ganz andere, großflächig ins Szene gesetzte Bilder.
VIVE L'EMPEREUR
Natürlich war er da mein heißgeliebter Kaiser. So wie wir ihn lieben. Hoch zu Ross und im Krönungsornat.



Auf Bildern umjubelt. Begeistert von seinen Truppen umringt.

(Nachfolgend: Detaille, La Victoire est a nous)



(Schubauer, Napoleon begrüsst sächsische Kürassiere)


VIVE L'EMPEREUR
Als Miniaturfigur umgeben von seiner Garde. Die verschiedenen Truppenteile um ihn herum arrangiert.



VIVE L'EMPEREUR
Sehr viele Bilder waren Teil dieser Sonderausstellung,
(Gefecht bei Reichenbach-Markersdorf, um 1820))

(Kossak, Der Übergang über die Beresina, 1929)
(Detaille, Eroberung einer pr. Flagge durch die 4. Dragoner)
(Detaille, Angriff der Kürassiere 1812)

aber natürlich auch Waffen, Uniformen, Kopfbedeckungen verschiedener Truppen, verschiedener Nationen.
Rechts Grenadiermütze für Mannschaften russ. Regiment Pawlowski

(Österreichischer Kürass, Tschapka österr. Ulanenregiment Nr. 2, Österr. Kürassierhelm für Offiziere)


(Zur Front: Garde du Corps Bayern 1814;Tschako Königr. Württemberg 1812/14)

(Chevaulegers Frankreich 1812; Carabiniers Frankreich 1810; Tschako IR 3, Frankreich 1810; Helm 2E et 3E Porte Aigle, Adlerwache 1812-14)
(Dolman Sachsen 1813; Dolman Sachsen 1813)

(Uniformmuster und Chapeau eines französischen Kapitäns IR 7)

(Im Vordergrund Uniform des Friedrich August Petervon Colomb 1775-1854/ Streifkorps)
(Fragment eines Guidon (Standarte) eines unbekannten berittenen Truppenteils)

(Patronentasche eines Ordonanzoffiziers vom Stab Berthiers)

Aber auch speziellere Sachen, die nicht jeder Laie kennt: So wie hier verschiedenes Werkzeug eines Artilleristen, wie Zirkel, Luntentaschen oder auch den Fingerling, der den Finger schützen sollte, wenn das Zündloch beim Säubern des Rohres abgedeckt werden musste.

Ein herrliches Bild.
Die fliehende englische Kavallerie und Artillerie am Morgen nach der Schlacht von Waterloo, die siegreich für die Franzosen …
VIVE L'EMPEREUR …

äähhhhh....

Entschuldigung.
Die fliehende englische Kavallerie und Artillerie am Morgen nach der Schlacht von Quatre Bras.

So muss es ja leider heißen.
Pah.
VIVE L'EMPEREUR
Na und er, der EMPEREUR.
NATÜRLICH,
an der Spitze der Truppen.

Nun denn.
Man weiß.
Nicht alles stimmt auf Bildern.
Natürlich dürfen Sachsen und  Preußen in einer solchen Ausstellung nicht fehlen.

(Nachfolgend: Rudolf Trache, Sächsische Pioniere unter General Reynier nach dem Übergang über den Bug am 1.10.1812)

(Nachfolgend: Schlacht bei Großbeeren. Episode aus dem Einsatz des sächsischen VII. Korps)



Genauso wenig wie die bekannten Gemälde zu den Befreiungskriegen.
Die Lützower Jäger, aber auch der Wald von Caspar David Friedrich.


Beate Klompmaker hat die Stimmung des Gemäldes soviel besser eingefangen als ich in meinem Bild. Deshalb möchte ich es an dieser Stelle wiedergeben.
Genauso hat es gewirkt:



Was ich an solchen Ausstellungen einfach liebe, ist halt bestimmte Uniformstücke auch mal im Original zu sehen. Neben den ganzen bunten, farbenfrohen napoleonischen Uniformen, finde ich es allerdings auch immer wieder toll, einmal etwas vermeintlich schlichteres, wie diesen Radmantel der Dragoner sehen zu können. Es handelt sich um einen Mantel, der von Mannschaften des 28. Dragonerregiments getragen wurde.

Der Pelz eines bayrischen Husarenregimentes (1. oder 2.).

Hier Tschako, Weste und Pelzjacke von Marbot, dem Kommandeur des 7. Husarenregiments.
Des einzigen Husarenregiments, das bei Waterloo kämpfte, in der Kavalleriedivision von Jacquinot, zu dem ich ja einen ganz speziellen persönlichen Bezug habe, kenne ich doch eine seiner Nachfahren persönlich.

VIVE L'EMPEREUR
Aber auch die zivile Amtstracht des Gouverneurs Borghese hat etwas.

Kürassieruniform von 1813. 3. Kürassierregiment

Aquarell zum Tod des Marschalls Lannes.

Weiter ging es mit verschiedenen Exponaten: Ein französischer Tschako von 1810, Reiterpistole des Lützower Jägers Eduard Gottlieb Kulenkamp.


Hier die Reenacter Uniformen.

Mit Hilfe von Computern konnte man gewisse Themen noch vertiefen. Nachfolgend ein paar Uniformdarstellungen, vom Bildschirm abfotografiert.







Aber auch moderne Ansätze des Gedenkens wurden thematisiert.



VIVE L'EMPEREUR
Zum Abschluss noch ein paar Bilder zu der Zinnfigurenausstellung.
 Ägypten
 Eylau
 Rückzug aus Moskau



 Preußen und Russen
 Möckern

 Pioniere
 Attacke
Waterloo
 Häuserkampf
 Ägyptenfeldzug
 Lützower
 Preußen
 Artillerie


 Train
 Stab

Wen ich jetzt durch die Bilder neugierig gemacht habe, der wird im Katalog viel mehr finden, als das was ich hier gezeigt habe.
Ich denke aber, als kleiner Appetithappen war das ja jetzt schon einmal ein Anfang.
Ein klitzekleiner Beitrag wird dann aber noch folgen. Lasst Euch überraschen.
Bis bald.




Today I would like to show you the pictures of an exhibition that has been going on for more than three years.
In October 2013, Jens, Heiko, Ralf and myself, visited theMHM in Dresden.
Just at this time, there was a special exhibition dedicated to the „German Wars of Liberation“ (Befreiungskriege) in Dresden.
The exhibition was called "Bloody Romanticism" and was divided into two parts: In the first part, various exhibits on the theme "200 years Befreiungskriege" were shown, while the second part bore the beautiful title:
"Tin soldiers do not bleed - The Napoleonic wars en miniature".
As a history traveler, one really learns. I had to notice this now in the view of the pictures.
The pictures and the picture selection could be better and more extensive.
I would like to give you a small overview of the exhibition.
The reason for writing this report today is, that I have now bought the exhibition catalog, because I am just not satisfied with my own photo-documentation.
The catalog was even relatively cheap in its beautiful slipcase, and with over 600 pages also definitely not to despise.
https://www.amazon.de/Blutige-Romantik-Befreiungskriege-Katalog-Schuber/dp/3954980371/ref=pd_cp_14_1?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=Z2S12V8QHBPMBRP85E48
If this edition is out of print, you can also order the two volumes individually, unfortunately a bit more expensive:
So there is a volume with the essays,
https://www.amazon.de/Blutige-Romantik-Jahre-Befreiungskriege-Essays/dp/3954980355/ref=pd_bxgy_14_img_2?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=PR1XV12M4Z2AJAG6AR3Q

and another volume, which shows various stuff from the exhibition..


The MHM does really a great job presenting such special exhibitions.
The most varied aspects are always presented.
From various media and exhibits.
But also lighting and the generated mood in the exhibition area are allways outstanding.
Just one example: There was a showcase showing different uniforms of reenacters. Here, also the possibilities of modern experimental historical science were shown. The "Marengo shoes" showed quite clearly the problems napoleonic soldiers have to face on a muddy battlefield.
When you entered the exhibition, you were greeted by a poem by Theodor Körner, which is also somehow logical when you talk about the liberation wars in Germany.
But of course, I am enthusiastic about a completely different picture.
VIVE L'EMPEREUR
Of course there was my hot-beloved Emperor. Just as we love him. High on horseback and in his coronation outfit.
In pictures cheered and surrounded by his enthusiastic troops.
VIVE L'EMPEREUR
Here a miniature figure of the emperor himself surrounded by his guard. The various units arranged around him.
VIVE L'EMPEREUR
Many paintings were part of this special exhibition, but of course also weapons, uniforms, hats and helmets of different troops, different nations.
But also more specific things, which not everyone is familiar with: such as various tools of an artillery, such as circles, lanyards, or the finger-protection, which should protect the finger when the ignition hole had to be covered when cleaning the gun.
A magnificent picture.
The fleeing English cavalry and artillery on the morning after the Battle of Waterloo, victorious for the French ...
VIVE L'EMPEREUR ...

Ähhhhh ....

Sorry.
The fleeing English cavalry and artillery in the morning after the Battle of Quatre Bras.
So it has to be called. Unfortunately.
Pah.
VIVE L'EMPEREUR
And he, the EMPEREUR.
NATURALLY,
At the head of the troops.
Well then.
One knows.
Not everything is true on pictures.
Of course Saxonia and Prussia can not be missed in such an exhibition.
Just as the well-known paintings on the liberation wars.
The „Lützower Jäger“, but also „Der Wald“ (the forest) of Caspar David Friedrich.
Beate Klompmaker captured the mood of the painting so much better than I did in my picture.
This is how it has worked:



What I love at such exhibitions is to see so many original uniforms, or part of uniforms.
In addition to all the colorful Napoleonic uniforms, I’m always happy, to see also standard uniform items, for example the greatcoat of the dragoons. It is a coat worn by men of the 28th Dragoon Regiment.
The fur of a Bavarian hussar regiment (1st or 2nd).
Here shako, vest and fur jacket of Marbot, the commander of the 7th Hussars Regiment.
The only hussar regiment, which fought at Waterloo, as part of the division of Jacquinot, to whom I have a very special personal connection. I know one of his descendants personally.
VIVE L'EMPEREUR
But also the civilian coat of Governor Borghese is worth to mention.
Cuirassier uniform of 1813.
Watercolor on the death of Marshal Lannes.
The exhibition continued with various exhibits: a French shako from 1810, riders pistol of the Lützower Jäger Eduard Gottlieb Kulenkamp.
Here the Reenacter uniforms.
With the help of computers you could deepen certain topics. Below are a few uniforms, photographed from the screen.
But modern approaches to remembrance were also addressed.
VIVE L'EMPEREUR
Finally, a few pictures of the tin figure exhibition.
Whom I have now curious about the pictures, you will find in the catalog much more than what I have shown here.
A very small contribution will follow. Let yourself be surprised.
Bye for now.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen